Mitten in der rechtsufrigen Altstadt, zwischen Linzer Gasse und Paris-Lodron-Straße,
liegt der Bruderhof – ein Gebäudekomplex, mit ein paar Jahrhunderten auf dem
Buckel. Man geht durch die Cornelius-Reitsamer-Passage, tritt unter einem Torbogen,
und schon ist man drin: zwei Höfe, ein bisschen Schatten, lebhafte Gastronomie und
jede Menge Geschichte.
Hereinspaziert!
Gleich im ersten Hof und rechts: das ehemalige Spital Bruderhaus St.
Sebastian, heute ein Gästehaus-Studentenheim. Dahinter ein Eingang
zum Sebastianfriedhof– und plötzlich wird’s ruhig. Sehr ruhig. Denn hier beginnt nicht
nur ein Friedhof, sondern eine Zeitreise: Ursprünglich lag das Ganze weit außerhalb der
Stadtmauer – damals vermutlich ein Pestfriedhof, logisch, denn der Schutzpatron
gegen die Pest ist niemand anderer als der heilige Sebastian. 1505 wurde der Friedhof
unter Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach angelegt – damals noch ganz
„mittelalterlich“.
Dann kam Wolf Dietrich von Raitenau und sagte: „Das muss Renaissance sein.“ Und
ließ den Friedhof in Form eines italienischen Camposanto umgestalten. Und weil er’s
konnte, ließ er sich selbst eine Grabkapelle mitten hinein bauen – die Wolf-Dietrich-
Grabkapelle - geweiht dem heiligen Gabriel. Und wurde dort 1617 in einem Sarkophag
beigesetzt.
Raffaela
1821
1784
Bruderhof Salzburg - Leben und Sterben, ganz knapp beieinander
Wolf Dietrich triebs bunt
Innen ist die Kapelle ein bisschen wie ein kitschiger Traum in Keramik: acht knallige
Farben in quadratischen Fliesen – wie ein gigantisches Mosaik aus einem Vintage-Pop-
Art-Album. Die Kuppel: gelb-blau in kleinen Rauten – sehr Renaissance, sehr Drama.
Innen ist die Kapelle ein bisschen wie ein kitschiger Traum in Keramik: acht knallige
Farben in quadratischen Fliesen – wie ein gigantisches Mosaik aus einem Vintage-Pop-
Art-Album. Die Kuppel: gelb-blau in kleinen Rauten – sehr Renaissance, sehr Drama.
Promi-Friedhof deluxe
Sebastianfriedhof ist umgeben von Gruftarkaden. Und hier liegt Salzburgs Who’s Who
der letzten Jahrhunderte: Leopold Mozart, Constanze Mozart, Paracelsus – und viele
andere Bürger, Adelige und illustre Persönlichkeiten, die hier gelebt, gestorben oder
unbedingt begraben werden wollten. Kurz gesagt: ein Friedhof, der mehr Geschichten
hat als so mancher Roman.
Sebastianfriedhof ist umgeben von Gruftarkaden. Und hier liegt Salzburgs Who’s Who
der letzten Jahrhunderte: Leopold Mozart, Constanze Mozart, Paracelsus – und viele
andere Bürger, Adelige und illustre Persönlichkeiten, die hier gelebt, gestorben oder
unbedingt begraben werden wollten. Kurz gesagt: ein Friedhof, der mehr Geschichten
hat als so mancher Roman.
Und heute? Lieber Essen statt Sterben
Weil Salzburg innerhalb von morbid auch
modern kann, sind in den Gebäuden des Bruderhofes heute gastronomische Lokale
untergebracht. Brasserie & Bistro, ebenso wie Burger und Coffee-House-Frühstück-
Brunch-Bar-Lounge.
Also: erst Tod, dann Essen. Ganz nach Salzburger Art.
modern kann, sind in den Gebäuden des Bruderhofes heute gastronomische Lokale
untergebracht. Brasserie & Bistro, ebenso wie Burger und Coffee-House-Frühstück-
Brunch-Bar-Lounge.
Also: erst Tod, dann Essen. Ganz nach Salzburger Art.
Headerbild: Von Eweht - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=78181607
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